Osteopathie

Die Osteopathie behandelt keine Krankheiten, sondern geht den Ursachen der Beschwerden auf den Grund. A.T. Still, Begründer der Osteopathie vor über 100 Jahren, lehrte schon damals die bis zum heutigen Tage fundamentalen Grundsätze.

Der Organismus ist eine Einheit und ist zur Selbstregulierung fähig. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist die Mobilität aller Gewebe des Körpers. Diese Mobilität wird durch viele unbewusste Prozesse wie Blutstrom, Atmung, Verdauung, Hormonwirkung und Bewegung der Muskulatur, der Sehnen, der Gelenke und des Bindegewebes beeinflusst. Das Zusammenwirken aller Systeme ist in ständiger Bewegung aufeinander abgestimmt und sehr anpassungsfähig. So können Störungen der Mobilität ausgeglichen werden.

Doch wenn diese Kräfte erschöpft sind, gerät der Organismus aus dem Gleichgewicht und das Immunsystem wird geschwächt.Es treten Beschwerden und Krankheiten auf. Ziel der Osteopathie ist es, den Fluss der Bewegung wiederherzustellen und die selbstregulierenden Kräfte anzuregen.

Anamnese und Untersuchung

Der Osteopath macht sich zunächst mit Hilfe einer ausführlichen Anamnese ein genaues Bild zu Ihren aktuellen Beschwerden, Ihrer Krankheitsgeschichte und Ihrer Lebensweise.

Durch die Beobachtung des Körpers des Patienten im Stand und beim Gehen kann der Osteopath Asymmetrien erkennen, die für die Behandlung ein wichtiger Anhaltspunkt sind.

Die weitere Untersuchung erfolgt ausschließlich mit den Händen. Der Osteopath erspürt auf sanfte Weise Bewegungsabläufe und versucht, die Ursachen von Störungen auszumachen. Mit speziell für die Osteopathie entwickelten viszeralen, parietalen und cranio-sakralen Techniken werden Bewegungseinschränkungen und Funktionsstörungen gelöst.

Viszerale Osteopathie arbeitet mit inneren Organen

Die viszerale Osteopathie geht von einer engen Verbindung zwischen Funktionsstörungen der inneren Organe und Problemen des Bewegungsapparates aus. Um gesund zu bleiben, verfügen die inneren Organe über eine eigenständige rhythmische Kontraktions- (Motilität) und Bewegungsfähigkeit (Mobilität). Durch negative Einflussfaktoren, wie etwa Stress, kommt es zur Ermüdung des Organs und seine räumliche Stabilität lässt nach. Der Körper reagiert mit einer Spannungsänderung im Organ. Das ermüdete Organ wird zunächst durch benachbarte Organe und schlussendlich mithilfe des Bewegungsapparates gestützt, wodurch es zu schmerzhaften Fehlhaltungen kommen kann. Dieser Prozess ist sehr energieraubend für den Körper, und die Selbstheilung ist eingeschränkt.

Bei der viszeralen Osteopathie ertastet der Behandler die Motilität und Mobilität der betroffenen Organe, um sie sanft zu korrigieren. Gewebsverklebungen werden aufgelöst, gestaute Flüssigkeiten drainiert, chronische Spannungszustände abgebaut und das autonome Nervensystem harmonisiert. Für den Bewegungsapparat bedeutet das: Durch Wiederherstellen der natürlichen Organbewegung und Organposition wird der Körper von der kompensatorischen Schonhaltung befreit, die zu den muskuloskelettalen Beschwerden geführt hat.

Parietale Osteopathie gleicht den Bewegungsapparat aus

Bei der parietalen Osteopathie wird durch das Abtasten von Verspannungen und schmerzhaften Körperarealen, sowie durch Bewegungstests das Haltungs- und Gangmuster des Patienten erfasst. Ein tiefes Verständnis für die Zusammenhänge der Strukturen und Funktionsabläufe des Bewegungsapparats ist dabei entscheidend, um ursächliche Verspannungen zu finden und mit gezielten Techniken zu lösen. So ist es möglich, dass z.B. Blockaden der HWS zu migräneartigen Kopfschmerzen, Schwindel und Tinnitus führen können – oder eine Fehlstellung der Brustwirbelsäule zu Herzbeschwerden. Eine Lösung der ursächlichen Blockade führt dann meist dazu, dass die Symptome schnell abklingen.

Mit einer großen Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten mobilisieren wir blockierte Gelenke, korrigieren Fehlstellungen, lockern bindegewebige Strukturen, regen die Blut- und Lymphzirkulation an und zeigen Ihnen Wege auf, verkürzte Muskeln effektiv zu dehnen.

Cranio-sakrale Osteopathie zum Spannungsabbau und für Neugeborene 

Diese besonders sanfte Behandlungsmethode eignet sich, um den rhythmischen Energiefluss zwischen Schädelknochen/Hirnhäuten, Wirbelsäule und Kreuzbein wiederherzustellen. Veränderungen des Schädelskeletts, die oft für körperliche, emotionale und geistige Spannungen sorgen, lassen sich über das Ertasten des cranio-sakralen Pulses feststellen und mit sanftem Druck, Massagen und anderen Techniken regulieren. Die Behandlung ist nicht nur gut verträglich, sie wirkt auch extrem entspannend, sodass Behandelte nicht selten während einer Sitzung einschlafen.

Oftmals findet diese Technik Anwendung bei Neugeborenen, wenn in der embryonalen Entwicklung oder durch ein Geburtstrauma Störungen wie Bauchschmerzen, Probleme bei der Nahrungsaufnahme bzw. des Saugreflexes oder Abgeschlagenheit auftreten.

Bei der Osteopathie kann es durchaus zwei bis drei Wochen dauern, bis Ihr Körper eine Reaktion auf die Behandlung zeigt.

Die Dauer einer Behandlung bei einem Erwachsenen beträgt in der Regel eine Stunde. Bei Kleinkindern und Säuglingen etwa 45 Minuten.

Anwendungsbeispiele:

Erwachsene

  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Rückenschmerzen
  • Hüftschmerzen
  • Schwindel, Tinnitus
  • Kinderwunsch

Babys / Kleinkinder

  • 3 – Monats-Koliken
  • ADS/ADHS
  • Schiefhals
  • Schrei-Spuck-Kinder
  • Skoliose

Die Kosten einer osteopathischen Behandlung sind nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten und sind somit Privatleistungen.

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